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31.07.2010 - 11:53 Uhr
Traum geplatzt: Frauen-Staffel lässt Stab fallen

Barcelona (dpa) - Der Medaillentraum platzte in der letzten Kurve: Die deutsche 4 x 100-Meter-Staffel der Frauen ist bei der Leichtathletik-EM in Barcelona schon im Vorlauf gescheitert, weil beim letzten Wechsel von Anne Möllinger auf Europameisterin Verena Sailer der Stab zu Boden fiel.

«Die Enttäuschung ist echt hart. Das Rennen lief super, nur zum Schluss hat es nicht geklappt», sagte Sailer. Die WM-Dritten von 2009 wurden disqualifiziert. Der Endlauf am Sonntagabend findet ohne die Mitfavoritinnen statt.

Nach einem guten Start von Yasmin Kwadwo (Wattenscheid) und Marion Wagner (Mainz) hatte das deutsche Quartett klar auf Finalkurs gelegen. Doch beim letzten Wechsel passte das Timing nicht. Möllinger lief ein wenig zu dicht auf Sailer (beide Mannheim) auf, die 100-Meter-Siegerin griff ans Handgelenk ihrer Teamkollegin statt an das Staffelholz, und in der Folge fielen Möllinger und der Stab zu Boden. «Keine Ahnung, warum ich plötzlich auf dem Boden lag», sagte die 24-Jährige mit Tränen in den Augen. «Ich hatte mich so konzentriert, ihr das Holz in die Hand zu legen, und plötzlich habe ich nur noch die blaue Bahn gesehen.»

Sailer tröstete Möllinger noch in den Katakomben des Olympiastadions. «Wir sind beide in der gleichen Situation. Das war unser Wechsel, deshalb kann man niemandem die Schuld zuschieben», sagte die deutsche Meisterin. Auch von den beiden anderen Teamkolleginnen kam kein Vorwurf. «Das kann passieren», sagte Wagner. «Letztes Jahr sind schon bessere Staffeln rausgeflogen, dieses Jahr waren wir es. Das geht so schnell.» Bei der WM in Berlin hatte die deutsche Bronzestaffel mit ihr, Möllinger, Cathleen Tschirch (Leverkusen) und Sailer auch davon profitiert, dass die US- Amerikanerinnen wegen eines Wechselfehlers bereits im Vorlauf ausgeschieden waren.

Den Deutschen passierte dieses Missgeschick zum zweiten Mal nacheinander bei einer EM. Schon 2006 in Göteborg hatte ein Wechselfehler von Tschirch auf Sailer das Aus im Vorlauf bedeutet. «Das war heute eine Art Déjà-vu», sagte Sailer. Im Finale sind nun die Staffeln aus Russland, Frankreich und Weißrussland favorisiert. Die Russinnen liefen in 43,23 Sekunden die schnellste Vorlauf-Zeit.

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