Barcelona (dpa) - Diskus-Weltmeister Robert Harting greift auch bei der Leichtathletik-EM in Barcelona nach Gold, der Medaillentraum der deutschen Sprinterinnen ist dagegen schon im Vorlauf geplatzt. Nach einem Fehler beim letzten Wechsel von Anne Möllinger auf Verena Sailer verpasste die mitfavorisierte 4 x 100-Meter-Staffel der Frauen das Finale. «Die Enttäuschung ist echt hart. Das Rennen lief super, nur zum Schluss hat es nicht geklappt», sagte Sailer, die damit auch ihre Hoffnung auf den zweiten Titel nach ihrem Sieg über 100 Meter am Donnerstag begraben musste. Nach einem guten Start von Yasmin Kwadwo (Wattenscheid) und Marion Wagner (Mainz) hatte das deutsche Quartett klar auf Finalkurs gelegen. Doch beim letzten Wechsel lief Möllinger ein wenig zu dicht auf Sailer (beide Mannheim) auf. Die 100-Meter-Siegerin griff ans Handgelenk ihrer Teamkollegin statt an das Staffelholz, und in der Folge fielen Möllinger und der Stab zu Boden. «Keine Ahnung, warum ich plötzlich auf dem Boden lag», sagte die 24-Jährige mit Tränen in den Augen. «Ich hatte mich so konzentriert, ihr das Holz in die Hand zu legen, und plötzlich habe ich nur noch die blaue Bahn gesehen.» Harting erreichte dagegen ganz souverän seinen Endkampf. Der 25 Jahre alte Berliner warf in der Qualifikation starke 66,93 Meter - gefordert waren lediglich 63,50. «Es läuft alles. Ich mache mir keine Sorgen», sagte Harting, der nun am Sonntag im Finale der große Favorit ist. Der Weltmeister erzielte im Vorkampf eine bessere Weite als Olympiasieger Gerd Kanter aus Estland (65,43), als der WM-Zweite Piotr Malachowski aus Polen (63,69) oder Titelverteidiger Virgilijus Alekna aus Litauen (63,93). Als Neunter mit 62,57 Metern überstand auch Martin Wierig aus Magdeburg die Qualifikation. Markus Münch (Wedel/Pinneberg) schied dagegen als 24. aus (58,81). Den Marathon der Frauen gewann in Zivile Balciunaite erstmals eine Litauerin. Die 31-Jährige lief die 42,195 Kilometer in 2:31:14 Stunden. Silber ging an die Russin Nailija Julamanowa (2:32:15) vor Anna Incerti aus Italien (2:32:48). Deutsche waren nicht am Start. Kurz vor dem Missgeschick der Sprint-Frauen hatte die deutsche 4 x 100- Meter-Staffel der Männer am Morgen ihren Endlauf erreicht. In der Besetzung Tobias Unger, Marius Broening (beide München), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) gewann sie ihren Vorlauf in 38,75 Sekunden. Über 4 x 400 Meter schafften es beide deutsche Staffeln ins Finale.
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